Mono oder Poly? Welches Modul für welche Anwendung?

Wenn man anfängt sich mit Solaranlagen auseinanderzusetzen, stößt man schnell auf die verschiedenen Arten von Kristallinstrukturen: Mono- und Polykristallin. Genauso schnell stellen sich dann Fragen wie: Was soll ich nehmen? Was ist besser?

Diese Fragen kann man leider weder einfach, noch wirklich eindeutig zu beantworten. Denn, obwohl monokristalline Module einen höheren Wirkungsgrad haben als Ihre polykristallinen Pendants, gibt es auch Nachteile. So kommen polykristalline Solarmodule, nach unserer Erfahrung, deutlich besser mit diffusem Licht zurecht. Auch bricht die Leistung bei voller Sonne später ein. Zurückführen kann man Letzteres auf die Farbe der polykristallinen Solarmodule. Während nämlich monokristalline Zellen eine komplett schwarze Färbung vorweisen, sind die polykristallinen Zellen eher bläulich. Nun kennt wahrscheinlich jeder den Unterschied wenn man im Sommer ein blaues oder schwarzes T-Shirt trägt: Genau, unter dem Schwarzen fängt man deutlich früher an zu schwitzen als unter dem Blauen. Ähnlich geht es auch den Solarmodulen. Diese verlieren nach einer gewissen Zeit, wenn die Zelle zu heiß wird, an Leistung.

Allerdings haben natürlich auch die monokristallinen Zellen Ihre Vorteile. So müssen die Zellen selbst, auf Grund Ihres höheren Wirkungsgrades, nicht ganz so Groß sein wie entsprechende polykristalline Zellen. Deshalb sind die Mono-Module meist kleiner, was sie sehr beliebt bei Wohnmobil Besitzern macht, welche meist um jeden Zentimeter auf Ihrem Dach kämpfen müssen. Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Mono-Module in "all black" gekauft werden, also in komplett schwarz. Dabei gilt dann auch die Devise: umso schwärzer, umso besser. Natürlich ist dies ein rein optischer Aspekt, aber gerade Hausbesitzer finden oft die Mischung aus Blau und Silber nicht besonders schick und möchten lieber die komplett schwarzen Module auf ihrem Dach haben.

Da jetzt schon ein Paar mal der Begriff Wirkungsgrad gefallen ist, hier jetzt die Erklärung:Der Wirkungsgrad beschreibt wie viel Sonnenenergie tatsächlich von einem Solarmodul in Strom gewandelt werden. Prinzipiell sind es bei Mono zwischen 14% und 20%, während der Wirkungsgrad bei Poly Modulen zwischen 12% und 17% liegt.

Zusammengefasst gilt also:
Wer sein Modul in einem etwas beschattetem Gebiet aufstellen möchte, sollte prinzipiell eher zu Poly-Modulen greifen. Hat man jedoch mit Platzproblemen zu kämpfen, sind meist die Mono-Module die bessere Wahl. Eine weitere gute Anwendemöglichkeit für Mono-Module wäre ein Haus, welches selten mit Beschattung zu kämpfen hat, jedoch auch kaum besonders hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Also zum Beispiel ein Haus in Norddeutschland oder in Skandinavien.
Was zwar wenig mit der privaten Nutzung zu tun hat aber sicherlich interessant zu wissen ist, ist die Tatsache, dass die meisten Solarparks komplett auf Poly-Solarmodule zurückgreifen. Dies hat allerdings den Hintergrung, dass polykristallines Silizium weniger mit altersbedingtem Leistungsabfall vorweist als entsprechende monokristalline Solarmodule. Somit ist es also auch für längerfristig angelegte Projekte die bessere Wahl.

Demnächst wird hier näher beleuchtet was es mit MPPT und PWM Ladereglern genau auf sich hat und ab wann es sich lohnt mehr Geld für Laderegler in die Hand zu nehmen.

Sonnige Grüße,
Ihr EnergyXXL Team

 

Kommentare (0)

Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen